Vorsorgeuntersuchung in der 23. Schwangerschaftswoche – Keine Entwarnung

Ich hab ihn hinter mir, den gefürchteten Termin. Wie vermutet war ich wirklich bereits vor dem Klingeln des Weckers auf den Beinen und lief in der Wohnung auf und ab. Wenn ich aufgeregt bin, muss ich ständig auf Toilette und durch die Schwangerschaft wird das sogar noch verstärkt.

Etwas überpünktlich habe ich das Haus verlassen, in der Hoffnung den Termin schnell hinter mich bringen zu können. Pustekuchen! Heute war das Wartezimmer bereits am frühen Morgen überfüllt. Grund dafür war, dass die andere Ärztin (es handelt sich um eine Gemeinschaftspraxis) sich momentan im Urlaub befindet und meine Ärztin demnach die anderen Patienten mit übernehmen muss. Eigentlich ist der Dienstag außschließlich zur Schwangerenberatung vorgesehen, aber heute waren die Patienten bunt gemischt. Von jung bis alt war alles vertreten.

Manche Menschen…
…werde ich nie verstehen können! Bei meiner Ankunft wurden zunächst alle wichtigen Voruntersuchungen gemacht. Urin, Blutdruck, Gewicht – alles bestens! Anschließend wurde ich gebeten mich nach vorne zu begeben und vor dem Untersuchungszimmer Platz zu nehmen. Alles voll, bis auf einen einzigen Stuhl. Ich setzte mich hin und wartete und wartete. Nach ca. 15 Minuten kam die nächste Schwangere dazu, allerdings war die Dame bereits hochschwanger. Sie watschelte den Gang entlang, hielt sich den Rücken und schob einen beachtlichen Kugelbauch vor sich her. Stöhnend wischte sie sich ein paar Schweißtropfen von der Stirn.
Ich sprang sofort von meinem Stuhl auf und bestand darauf, dass sie sich hinsetzte. Sichtlich erleichtert nahm sie mein Angebot an und bedankte sich. Denkt ihr, dass auch nur eine einzige von den anderen Frau aufgestanden wäre? Niemand von den Nichtschwangeren hat das überhaupt interessiert. Jeder war mit sich selbst beschäftigt und schaute “unauffällig” zur Seite. Vielleicht in der Hoffnung, man würde denken, sie hätten die hochschwangere Frau nicht gesehen und gehört?
Unsere Gesellschaft wird immer egoistischer.

Die Untersuchung
Nach einer ungewohnt langen Wartezeit im Stehen (mit der Zeit wurde es dann doch etwas anstrengend) wurde ich aufgerufen. Nach dem üblichen Smalltalk ging es zum Ultraschall.
Die Kleine ist weiterhin eine Kleine und hat sich doch tatsächlich gedreht, sodass sie jetzt quer in meinem Bauch liegt. Schön nah an den Rippen und das merke ich auch. Hin und wieder gibt es nämlich schon einen schmerzhaften Tritt. Eigentlich unvorstellbar, dass ein so kleines Menschlein, eine solche Kraft aufbringen kann.
Die Nierenbecken sind noch immer erweitert und die eine Niere weiterhin vergrößert. Hmm, das wollte ich eigentlich nicht hören. :( Ich solle mir keine Gedanken machen, das wird schon werden… lauteten die Worte der Ärztin. Aber mal ehrlich, wer würde sich da denn keine Sorgen machen?
Außerdem habe ich die ersten Wassereinlagerungen in Beinen und Füßen. Nicht sonderlich angenehm bei dem Wetter.
Ein Bild gab es heute aus Zeitgründen leider nicht. Beim nächsten Mal nimmt sich die Ärztin aber mehr Zeit, um ein paar schöne Bilder zu machen.

Wie geht es weiter?
Die Kontrolluntersuchungen finden ab sofort in kürzeren Abständen statt. Es muss regelmäßig nach den Nieren und dem Fruchtwasser geschaut werden.
Der nächste Frauenarzttermin ist in zwei Wochen. An diesem Tag wird gleich der Zuckerbelastungstest durchgeführt.
In drei Wochen geht es auch wieder nach Jena zur erneuten Feindiagnostik. Wenn sich bis dahin nichts an den Nierenbecken und der Niere verbessert hat, werden auch die Untersuchungen dort in kürzeren Abständen erfolgen.

Tja, anstatt beruhigt zu sein bin ich jetzt nur noch mehr durch den Wind.

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19 Kommentare “Vorsorgeuntersuchung in der 23. Schwangerschaftswoche – Keine Entwarnung

  1. Ach ich kenne das auch mit den egoistischen menschen….im Bus hat auch keiner einen Platz für mich frei gemacht und ich war auch hochschwanger….
    ich wünsche dir alles beste der welt meine liebe…drück dich*

    • Furchtbar, oder? :( Man wünscht es zwar niemanden, aber wenn diese Leute auf Hilfe angewiesen sind und keiner hilft, dann ist das Geschrei groß. Und mal ehrlich, ich wäre auch froh gewesen, wenn mir jemand seinen Platz anbieten würde, wenn ich hochschwanger wäre.

  2. Was soll man da sagen, dass hilfreich wäre. Klar machst du dir Sorgen das kann man nur zu gut verstehen und helfen kann man dir da leider nicht. Aber ich wünsche dir und der kleinen Prinzessin das Beste!

    • Dankeschön :) Ich versuche mich nun einfach etwas mehr abzulenken und diverse Foren zu vermeiden. Man liest so viel und natürlich bleiben nur die negativen Fälle im Gedächtnis.

  3. ICH kann dir nur raten die Kinder jetzt nicht mehr zu tragen um deinen Körper nicht noch mehr Belastung auf zu dringen… das wegen der Niere würde ich in Jena mal vom Doktor schleußner, Doktor Schneider oder Frau Doktor groten persönlich kontrollieren lassen.. ich wurde durch meine risko Schwangerschaft nur von den drei betreut… und deins gehört ja auch zur Risiko ss..

    • Ich bin bereits in Jena in Behandlung und werde von Frau Dr. Schneider betreut. Eine sehr, sehr nette und kompetente Ärztin. Die Frauenklinik betreut mich in jeder Schwangerschaft mit, aufgrund der Vorgeschichte und dort fühle ich mich auch gut aufgehoben. Nur entbinden würde ich nicht wieder in Jena. ;) 

  4. Ich kann das nicht verstehen das niemand aufgestanden ist. Ich habe das schon als Kind gelernt und stehe auch im Bus auf, wenn jemand Schwanger ist oder älter ist.
    Aber ich sehe das auch immer wieder, das niemand helfen tut beim Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl. Traurig sowas.

    • Genau, wir nämlich auch. Komischerweise stehen die jüngeren problemlos los und die älteren stellen sich an. Es sind zwar nicht alle gleich, aber das sind meine persönlichen Erfahrungen.

      Bei uns rennen übrigens auch die Renter gerne bei Rot über die Ampel. Tja, die Kinder stehen da und sind verwirrt, weil man ihnen beibringt, dass man das nicht darf. Aber warum darf das die Frau plötzlich? Da kommt man schnell in Erklärungsnot.

  5. Das sind natürlich nicht so ganz die Nachrichten, die auch ich gern gehört hätte. Ich kann deine Sorge voll und ganz verstehen und daher weiß ich ehrlich nicht was ich aufmunterndes sagen soll. Aber wenn die Ärztin wirklich besorgt gewesen wäre, dann hättest du das doch bestimmt gemerkt und sie hätten bestimmt noch weitere Untersuchungen angestrebt.
    Ich drücke euch die Daumen für die weiteren Untersuchungen! :-)

    • Noch malen wir den Teufel nicht an die Wand. Mich nimmt sowas zwar immer sehr mit, weil ich bei solchen Dingen äußerst sensibel bin, aber wir haben noch Grund zu hoffen. Es kann sich alles noch verwachsen und im Besten Fall hat Marlene gar keine Beeinträchtigungen zu befürchten.

      Meine Ärztin wird allerdings ab sofort besonders auf die Fruchtwassermenge achten und mich häufiger bestellen. Jeder Termin ist zwar für mich eine psychische Belastung, aber ich denke mir auch, lieber einmal zu viel schauen und kontrollieren, als am Ende ein mal zu wenig. 

  6. Och meno, schlimm diese Ich-Mensch-Gesellschaft! Hatte letztens ein Erlebnis anderer Art. Wir waren mit dem Zug unterwegs und Schatzi mit Töchterlein noch voll am gucken, zwängt sich eine Rentnertruppe in den schon sehr vollen Zug. Höflich bot ich die mir gegenüberliegende Sitzbank an, wurde auch gerne angenommen und den Platz neben mir, sagte aber, dass dieser frei gemacht werden muss, wenn meine Tochter da ist, Schatz kann stehen und auf meinen Armen lag das Söhnchen und hielt Mittagsschlaf. Doch als er mit ihr kam, grinste die ältere Frau sie an und sagte, na du bist doch schon groß und kannst stehen. Was hätte ich austicken können und dann haben die sich so laut unterhalten, dass der kleine wach wurde und völlig knatschig war, weil der Schlaf nicht gereicht hat. 

    Für eure U in Jena drück ich euch die Daumen. Bis dahin versuche positiv zu denken, auch wenn es schwer fällt. Bei meiner 1. SS hieße es, der Fötus habe einen offenen Bauch. Boah, was habe ich mich da auch verrückt gemacht, insoweit kann ich schon gut nachfühlen! 

    Wir müssen mit unserem Kleinen auch Anfang September wieder nach Jena ins Uniklinikum zur Untersuchen *bibber*. An und für sich nicht weiter schlimm, aber er lässt sich nicht das erforderliche Blut für die Blutuntersuchung nehmen. Mir zerreißt es dann immer voll das Herz weil ich ihm nicht helfen kann… 

    • Na das war aber auch ein “tolles” Zugerlebnis. :( “Ellenbogen-Gesellschaft” würde es auch ganz gut treffen. An erster Stelle steht das “Ich”. 

      Oh je, ich kann mir vorstellen, wie du dich damals gefühlt haben musst. Gerade ein offener Bauch… wäre zwar behandelbar gewesen, aber trotzdem. Als Mama macht man sich verständlicherweise immer mehr Sorgen, als nötig, aber abstellen kann man das auch nicht so einfach.

      Ich drücke dir ganz fest die Daumen für deinen kleinen Mann und seine Untersuchung. Mit dem Blut abnehmen ist nicht schön, das kenne ich. Als Katharina zwei Tage alt war, musste ihr Blut abgenommen werden, weil sie gelb wurde. Das ging aber nur über eine Ader am Kopf. Die Ärztin hat mich rausgeschickt und ich habe Rotz und Wasser geheult.  Das sah so schlimm aus. 
      Die kleinen Würmer verstehen das noch nicht und fühlen sich in dem Moment hilflos und ausgeliefert. Man würde den Kindern am Liebsten alles abnehmen, aber das geht ja leider nicht.

  7. Liebe Franzi,
    ich bin nun schon einige Zeit stiller Mitleser und möchte dir auf diesem Weg sagen, dass du dich viel viel mehr schonen solltest. Blöderweise regt man sich bei jeder Schwangerschaft mehr auf,die Ängste und Sorgen nehmen zu, aber ich denke dass dies daran liegt, dass man bereits Erfahrungen gemacht hat und sich das Gehirn das sehr gut merken kann und wieder erinnert. Beruhige dich und konzentriere dich auf dich und Paul und Katharina. Gönn dir vor allem Ruhe, also, wenn es geht “Beine hoch”. Trage keinen der beiden mehr, der Buggy tut´s auch mal. Eigentlich heißt es nur “Durchhalten” und so gut es eben geht “Weitermachen”, den Horizont nicht zu sehr einengen auf die Schwangerschaft, es kann sich immer noch um einen Zufallsbefund handeln, zum Glück hat der Mensch 2 Nieren und ist doch recht robust.
    Ich habe selber 6 Kinder, 2 habe ich in Jena geboren und ich muss zugeben, dass die Schwangerschaften zuletzt doch recht anstrengend waren, aber wie es so ist, man schont sich eben doch nur halbherzig. Mein jüngster Sohn kam vor 4 Jahren in Jena zur Welt, musste reanimiert werden, war in der Frühförderung und jetzt kerngesund und zeitgerecht entwickelt. Er hat bis heute !!! ein erweitertes Ventrikelsystem im Gehirn (absolut ohne Krankheitswert, war letztendlich durch die ausgiebige Diagnostik nur ein Zufallsbefund). Ich war in Jena zur Entbindung (klasse Hebamme, hervorragender Prof. Schleußner, miserable Pflege, komme selbst vom Fach). Hör in dich hinein und nimm dir Zeit für dein Püppchen, du kennst dich am besten, lass dich nicht verrückt machen. Ich wünsch euch alles Liebe, pass schön auf euch auf!!!
    LG 

    • Hallo MamaClau,

      da sagst du etwas. :) Mit dem Schonen ist nicht so einfach mit zwei kleinen Kindern daheim. Ab September geht Paul halbtags in den Kindergarten und ich denke, das wird uns allen gut tun. Paul kann sich austoben und ich habe es zu Hause etwas entspannter und ruhiger.

      Buggy funktioniert bei uns leider nicht so gut, denn wenn Katharina nicht gerade müde ist, bleibt sie nicht sitzen. Ich schnalle sie an, aber sie windet sich immer mit allen Kräften und “entkommt” somit den Gurten. :/ Das war auch der Grund, warum wir das Tragen wieder intensiviert haben.

      Das Tragen haben wir ein wenig verringert. Ganz ohne geht nicht. Gegen das Tragen auf dem Rücken spricht aber nichts, weil ich keine vorzeitigen Wehen, oder andere “Probleme” habe. Was ich nicht mehr machen kann, das ist Heben, oder vorne trage. Das geht gar nicht und merke ich selbst. Aber auch das ist im Alltag nicht vermeidbar. Ich versuche zwar die Kinder nicht ständig hochzuheben, aber ein paar mal am Tag kommt es dann aber doch vor. Entweder passiert es, weil ein Kind hingefallen ist, oder manchmal auch aus Gewohnheit. Man muss sich ständig selbst ein wenig bremsen und sich bewusst machen einen Gang zurückzuschalten. Gelingt mir ehrlich gesagt aber auch nicht immer, aber ich versuche es.

      Prof. Dr. Schleußner hat mich damals in der Schwangerschaft mit Paul betreut. Bei Katharina hatte ich Dr. Brückmann. Ich habe nahezu alle Ärzte durch in Jena. ;) Ich war aber auch mit allen zufrieden. Alle sehr nett und kompetent. Und was ich auch gut fand, dass man sich Zeit und Sorgen ernst genommen hat.

      Die Geburt war allerdings nicht so gut in Jena. Meine dortige Hebamme war Lydia (ich weiß nicht, ob dir der Name etwas sagt). Sie war super und hat mir perfekt beigestanden. Hat sie wirklich toll gemacht! Das eigentliche Problem war das Ganze danach. Man wurde relativ schnell aus dem Kreißsaal gebracht, weil schon die nächsten warteten. Es war total viel los an dem Tag. Am Meisten störte mich aber, dass man keine Hilfe bekam von den Schwestern. Ich fühlte mich wirklich hilflos und bei Fragen hatte niemand Zeit. :( 
      Außerdem ist das Personal nicht sonderlich stillfreundlich eingestellt auf der Station. Das Kind wird einem an die Brust gedrückt… zack zack… alles so hektisch. :( Das erste Anlegen erfolgte auch erst eine ganze Weile nach der Geburt.
      In Apolda war das komplett anders. Ich bekam Katharina sofort auf die Brust. Da war sie noch nicht einmal abgenabelt und sie suchte schon die Brust. Alles war ruhig und entspannt. Ich lag mit Sicherheit noch eine Stunde im Kreißsaal und konnte die erste Zweisamkeit genießen. Das war eine ganz andere Erfahrung. :)

      Das mit deinem Sohn ist wirklich erstaunlich. Dass er sich so gut entwickelt hat nach dem schweren Start ins Leben… hat er super gemacht. :)

  8. Mir fällt es auch gerade schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich hätte Dir gewünscht, dass es keine Auffälligkeiten mehr gibt, aber ich verstehe auch, wenn Du Dir nun noch mehr Sorgen machst.

    Es tut mir sehr leid, dass Du die Schwangerschaft nicht unbeschwert geniessen kannst und ich drücke Dir / Euch die Daumen!

    LG
    Daggi von daggis-welt.de

    • Hallo Daggi,

      unbeschwert kann ich wohl nie eine Schwangerschaft genießen. Wir haben nun einfach die Hoffnung, dass es sich verwächst, oder zumindest nicht noch schlimmer wird.

  9. Durch Zufall bin ich auf deinem Blog gelandet.
    Und ich möchte dir kurz schreiben, da einer Freundin ähnliches passiert ist. Vielleicht beruhigt dich das ein wenig.
    Als sie mit ihrem ersten Kind schwanger war, wurden massive Probleme mit den  Nieren beim Ungeborenen festgestellt. Von “die Nieren werden nie funktionstüchtig sein” bis “alles halb so wild” wurde von mehrern Seiten gesprochen.
    Als er auf der Welt war, wurde eine Multizystische Niere festgestellt. So groß wie eine Coladose (im Säuglingsalter). Diese hat keinerlei Funktion. Die andere Niere war gesund. Der Bub bekam im ersten Lebensjahr prophylaktisch Antibiotika. Musste natürlich engmaschig kontrolliert werden.
    Jetzt ist er 6 Jahre und kommt jetzt zur Schule. Ein ganz normaler kleiner Kerl mit keinerlei Einschränkungen (außer der nur einen funktionstüchtigen Niere).
    Alles Gute!

    Mandy mit girl´s (8,5,3) 

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