Und plötzlich machte es Klick

Im Laufe der Schwangerschaft mit Friedrich erreichte ich einen Punkt, an dem ich wusste, dass es so nicht mehr weitergehen konnte. Die Kleidung zwickte, ich war (unabhängig von der Schwangerschaft) schnell aus der Puste und das Schlimmste, ich wurde träge. Diese Trägheit schlug auf das Gemüt. Ich war ständig müde, erschöpft, lustlos und an manchen Tagen zu nichts zu gebrauchen. So sollte es einfach nicht weitergehen. In erster Linie wollte ich für mich selbst abnehmen, denn ich fühlte mich extrem unwohl. Allerdings gab es noch einen weiteren Grund und der sind unsere Kinder. Ich möchte für meine Kinder gesund bleiben, fit sein und nicht nach 10 Minuten Ballspielen keuchend und um Luft ringend auf dem Boden liegen.

Nach Friedrichs Geburt im April nahm ich mir erst einmal Zeit. Ich wollte 3 Monate nach der Geburt anfangen mit dem Abnehmen. Allerdings hatten wir Stillprobleme und Friedrich nahm nicht zu. Er musste sogar einige Zeit mit Muttermilch zugefüttert werden. Deshalb verzögerte sich mein Start etwas. Im Laufe des Sommers pendelte sich das Stillen super ein. Ich konnte (bzw. kann noch immer) voll stillen und Friedrich nahm regelmäßig zu. Relativ spontan entschloss ich mich direkt am 16. August zu starten. Kein “Ach, heute noch einmal naschen und morgen fang ich an.“, sondern ich stand an dem Tag auf und fing an, ohne vorherige Planung. Ich wollte und musste etwas verändern. Sofort!

Als stillende kam eine Diät für mich nicht in Frage. Ich wollte aber meine Ernährung, die bis dahin zugegebenermaßen ziemlich chaotisch war, umstellen und mich mehr bewegen. Weight Watchers reizte mich zwar, aber mir ist das Programm zu teuer.
Ich rechnete mir online den für meine Größe passenden Kalorienbedarf aus. Bei einigen Rechnern kann man sogar angeben, ob man stillt, denn natürlich haben Stillende einen etwas höheren Kalorienverbrauch. Dank des Rechners hatte ich meinen Grundumsatz an Kalorien schnell parat und fing an zu schauen, wie viel ich tagsüber essen kann.  Gleichzeitig baute ich in meinen Alltag mehr Bewegung ein. Früher hat mein Mann vor der Arbeit die Kinder in den Kindergarten gebracht und das habe ich komplett übernommen. Außerdem habe ich große Spaziergänge eingeschoben, während Friedrich schlief. Friedrich war es schließlich egal, ob er mit mir zu Hause auf dem Sofa liegt und schläft, oder er im Tragetuch oder der Emeibaby schläft, während ich laufe. Das ist zwar alles andere als Leistungssport, aber es ist Bewegung und lieber mäßige Bewegung als gar keine Bewegung.

Meine Ernährung habe ich optimiert. Zunächst verbannte erst einmal so gut es ging den Haushaltszucker. Die erste Zeit war es wirklich schwer, denn Zucker ist ja leider überall und das Schlimmste, er macht abhängig, aber das merkt man erst, wenn man bewusst darauf verzichtet. Ich war schneller gereizt und genervt und mein Körper lechzte nach dem Kristallzucker, in welcher Form auch immer. Da half nur eins, Zähne zusammenbeißen und durchhalten. Ich kann es leider nicht schönreden, denn es ist wie es ist, nämlich eine extreme Umstellung für den Körper und wer Kinder hat weiß, die Versuchungen lauern an jeder Ecke. Haltet euch euer Ziel vor Augen und wofür ihr das alles macht. Der Zucker-Spuk war bei mir übrigens nach ungefähr 4 Wochen vorbei. Danach wurde es besser. Ich hatte plötzlich gar kein Verlangen mehr nach Süßkram, bzw. generell gezuckerten Getränken und Speisen.

Ernährungsumstellung

Viele Lebensmittel habe ich gänzlich von meiner Ernährungsliste verbannt, da war ich wirklich knallhart. Ich trinke zum Beispiel nur noch Wasser und ungesüßten Tee (den in allen möglichen Varianten). Ich verzichte auf Brot und Brötchen, greife dafür zu Knäckebrot. Butter lasse ich weg, dafür nutze ich einen puren Frischkäse light, mit dem ich mir dünn das Knäckebrot bestreiche. Fleisch und Fisch esse ich ungefähr 2 x in der Woche und wenn Fleisch, dann mageres Hähnchen- oder Putenfleisch. Bei Fisch greife ich gerne zu Seelachs, den ich mir als Kochfisch zubereite, oder Bismarckhering. Die Kohlenhydrate habe ich reduziert. Statt Nudeln mache ich mir lieber “Fakenudeln” aus Zucchini. Statt zu Nudeln und Reis, greife ich generell lieber zu Kartoffeln. Die esse ich ungefähr 1-2 Mal in der Woche und dann aber ordentlich. Einem großen Teller Kartoffeln mit Kräuterquark kann ich nicht widerstehen. Muss ich auch nicht, denn je nach Zubereitung kann das ein wirklich gesundes Essen sein.
Zum Frühstück esse ich gerne Naturjoghurt mit Obst. Das hat wenig Kalorien, sättigt lange und durch das Obst (meistens nehme ich Apfel oder Weintrauben) bekommt das Ganze eine natürliche Süße. Ansonsten esse ich sehr viel Gemüse (zubereitet, oder als Rohkost). Seit der Ernährungsumstellung esse und koche ich viel bewusster. Mir ist es wichtig geworden, so gut wie keine fertig verarbeiteten Lebensmittel zu verwenden, sondern mache nahezu alles selbst und vor allem frisch.
Grundsätzlich schreibe ich alles, wirklich alles auf, was ich esse und berechne bzw. zähle Kalorien. Dafür nutze ich zwei Apps auf dem Handy, eine zur Gewichtskontrolle und eine als Ernährungstagebuch (“Überwache dein Gewicht” und “Mein Diät Trainer Pro”).

Cheatday

Einen richtig extremen Cheatday (“Schummeltag”, Essen was und wie viel man will) mache ich nicht. Ich gönne mir aber jeden Samstag Abend eine “Cheat-Mahlzeit”. Wenn die Kinder schlafen, kochen mein Mann und ich uns etwas Reichhaltigeres, oder bestellen auch manchmal eine Pizza. Ich versuche dann tagsüber etwas “leichter” zu essen und dann passt das auch. Außerdem wird der Stoffwechsel dadurch angeregt und ich nehme trotzdem super ab. Zu besonderen Anlässen (Geburtstage, Feste) gönne ich mir auch hin und wieder etwas Besonderes. Ich plane das dann in den Tag mit ein und genieße diese Ausnahmen wirklich sehr.

Sport

Meine sportlichen Aktivitäten halten sich noch in Grenzen. Ich bin sehr viel in Bewegung und wenn ich mich nicht bewege, dann stille, oder schlafe ich. Ansonsten gehe ich noch einmal pro Woche zum Kangatraining (meistens tandem mit Marlene oder Katharina zusätzlich auf dem Rücken). Aber allein die Bewegung macht enorm viel aus. An einem normalen Tag laufe ich schon 12.000-15.000 Schritte. Laufe ich eine größere Runde übers Nachbardorf, dann komme ich je nachdem auf 18.000-25.000 Schritte. Ich habe mir für das nächste Jahr vorgenommen mit Joggen anzufangen. Dafür müssen aber noch ein paar Kilos weg und Friedrich so alt und groß sein, dass er im Buggy sitzen kann. Ach und Laufschuhe und passende Kleidung brauche ich natürlich auch noch.

Probleme

Wer denkt, dass Abnehmen immer total easy ist, der irrt sich gewaltig. Gerade am Anfang ist die Umstellung schwer und dieses Umdenken zu einem gesünderen Lebensstil muss sich erst entwickeln. Appetit, Heißhunger, Kopfschmerzen und Gereiztheit gehören da dazu. Im Grunde fühlt es sich an wie Dauer-PMS. ;) Mein größtes Problem ist aber, dass ich viel zu wenig trinke. Ich habe schon immer sehr wenig getrunken, aber während des Abnehmens merke ich sehr deutlich, dass ich in dieser Hinsicht mehr auf mich achten muss, gerade auch wegen dem Stillen.

Bisherige Erfolge

Seit Beginn im August habe ich 25,3 kg abgenommen (ohne zu hungern!) und ungefähr 20 bis 25 kg sollen noch folgen. Die ersten Kilos habe ich sehr schnell verloren. Das liegt daran, dass man zunächst sehr viel Wasser verliert, wenn man stark übergewichtig ist. Wenn man es hochrechnet, nehme ich pro Woche etwas mehr als 1 kg ab. Ich denke, dass meinh Ziel, das ich mir gesetzt habe, realistisch ist. Ich werde nie extrem schlank sein. Das erwarte und will ich auch nicht. Ich möchte jedoch einen gesunden BMI haben und mich in meinem Körper wieder wohlfühlen. Wenn ich daran denke, dass ich 76 kg wog, als ich meinen Mann kennenlernte und mich damals extrem dick fühlte… da kann ich heute nur darüber lachen, denn ich wäre froh, wenn ich wieder so viel, besser gesagt so wenig wiegen würde. Schon komisch manchmal. :) Na ja, aber es geht ja voran. Übrigens machen die 25,3 kg schon eine ganze Menge aus. Von Kleidergröße 52 (Oberteile) und 54 (Hosen), bin ich aktuell bei Größe 46 (Oberteile) und 48 (Hosen).

 

Das Gewicht

Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich mein Gewicht offen schreiben soll. Es fällt mir nicht leicht, denn natürlich schäme ich mich dafür. Gleichzeitig bin ich aber auch extrem stolz auf das, was ich bisher schon erreicht habe, obwohl noch ein langer Weg vor mir liegt. Hochschwanger mit Friedrich hatte ich ein Höchstgewicht von erschreckenden 128-130 kg (das schwankte sehr). Wie viel ich nach der Geburt wog, kann ich nicht sagen, denn zu dem Zeitpunkt habe ich mich nicht gewogen. Als ich mit der Ernährungsumstellung angefangen hatte im August, zeigte mir die Waage immer noch höllische 120,6 kg an. Das war quasi mein Startgewicht. Aktuell wiege ich 95,3 kg (bei einer Größe von ca. 1,66 m) und bis Ende Januar habe ich mir als Ziel gesetzt die 8 vorne stehen zu haben. Ich denke, dass das realistisch ist, zumal ich nicht geplant habe es über Weihnachten ausarten zu lassen. Ich denke, ich bin im Umgang mit dem Essen in den letzten Monaten generell sehr diszipliniert geworden und das wöchentliche Cheatmeal hilft mir, dass ich nichts vermisse. Jetzt ist weiter durchhalten angesagt.

Kämpft jemand von euch auch gerade mit den Kilos? Vielleicht mag sich jemand mit mir regelmäßig über FB, Whats App, oder Email austauschen, so dass man sich quasi gegenseitig unterstützen kann. Auch für eure Fragen habe ich jederzeit ein offenes Ohr. Meldet euch gerne bei mir. Ich freue mich. :)

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12 Kommentare “Und plötzlich machte es Klick

  1. Liebe Franzi,
    erst mal herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg und meine Daumen sind ganz fest gedrückt dass du dien Zeil erreichst.
    Den Titel deines deinen Artikels kann ich zu 100 % unterschreiben, denn mir ging es im Juni so wie dir. Es machte klick und ich wollte einfach nicht mehr so weiter machen. Inzwischen sind 27 kg weg und ich fühle mich mega wohl, bin sportlich viel unterwegs und es geht mir einfach viel besser wie vorher. Ich hab meine Ernährung auch total umgestellt und komme super gut damit zurecht. Zu meinem mir gesetzten Ziel fehlen noch 4 kg die im Laufe der nächsten Zeit noch verschwinden sollen.
    Mach weiter so,
    LG, Kerstin

    • Hallo Kerstin,

      das ist ja super. Dann hast du es bestimmt bald geschafft. Wobei viele sagen, dass das Halten schwieriger ist, als das Abnehmen. Aber das ist ja der Vorteil einer Ernährungsumstellung gegenüber einer Diät, denn die Umstellung ist bestenfalls ein Leben lang. Mir macht die Umstellung richtig Spaß. Der Anfang war schwer, aber inzwischen fällt es mir leicht.

  2. Herzlichen Glückwunsch!
    Du siehst echt fit und frisch aus! Wahnsinn!

    Ich kämpfe immer noch mit meinem Gewicht, aber das ist wohl jammern auf hohem Niveau. Dazu bin ich aber auch absolut nicht diszipliniert :(

    Mach weiter so, ich glaube fest daran, dass du dein Ziel schaffst!

    Liebe Grüße
    Benita

    Ach eine Frage hab ich noch, trägst du deinen Sling immer so herum? Bekommst du den so gut fest gezogen?

    • Hallo Benita,

      Dankeschön. :)

      Nein, normalerweise ist er richtig rum. Da musste es gerade schnell gehen. Aber Festziehen ging scheinbar trotzdem, denn mir fiel es auch erst auf, als ich ihn raus genommen hatte. :D Den Sling nutze ich eigentlich fast nur Zuhause.

  3. Ich habe am 1,10 mit Weight Watchers angefangen.- für mich eindeutig der beste Weg den ich bisher hatte, und ich bin viele Wege gegangen um anzunehmen…

    • Weight watchers soll ja wirklich gut sein und mein Prinzip ist ja ähnlich. Nur dass ich Kalorien zähle und keine Punkte. Wären dir monatlichen Kosten geringer, dann hätte ich mich sicher auch angemeldet, aber 20 Euro/Monat sind momentan zu viel.

  4. Wow, du siehst richtig klasse aus.wirklich Hut ab, wie gut du damit klar kommst und wie diszipliniert du bist.ich finde es wirklich toll und frei mich fuer dich.ich weiss, wie schwierig ist, jeden tag standhaft zu bleiben.ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und freue mich, über deine Fortschritte weiter lesen zu dürfen. Lg

  5. Hallo Franziska,

    Gratulation zu so einer tollen Leistung. Ich weiß wie schwer das alles ist – ich habe 20 kg abgenommen, möchte aber gerne noch so 15 kg loswerden.
    Allerdings habe ich jetzt erst einmal eine Zwangspause gemacht und mein Gewicht jetzt erst einmal eine ganze Weile gehalten. Durch Bandscheiben-Probleme bin ich nicht ganz so mobil zur Zeit, was man natürlich merkt.
    Aber mittlerweile geht es wieder und es geht wieder weiter.
    Auch für mich ist Weight Watchers die einzige Alternative – hier muss man auf nichts verzichten, aber man lernt doch sich gesünder zu ernähren. Und das ist ja das Wichtigste, denn das muss auf Dauer das Ziel sein. Und mit WW klappt das für mich so am besten.

    Wünsche dir noch weiterhin viel Erfolg.
    Du siehst toll aus.

    Liebe Grüße
    Nicole

  6. Hallo Franzi,

    ich finde auch, dass diene Haare wieder sehr schön aussehen. Der Schnitt passt wirklich gut zu dir.

    Zudem wünsche ich dir weiterhin gutes gelingen bei deiner Ernährungsumstellung.
    Ich musste zum Glück noch nie sooo viele Kilos abnehmen, habe mich allerdings trotzdem mal an einer Ernährungsumstellung versucht, um ein “Traumgewicht” zu bekommen. Mein Fazit war am Ende: Ja es geht, aber zu sehr verzichten möchte ich auch nicht. Da habe ich lieber 2-3 Kilo mehr drauf und ein Mini-Bäuchlein, muss aber nicht auf alles verzichten. Die Menge macht es eben am Ende.
    Ich denke du bist auf einen sehr guten Weg. Denn jede Diät beginnt im Kopf.
    Meine Maße sind: 1,68m und schwankend um die 60kg (soll nicht zum angeben oder ähnliches sein, sondern als Richtwert zu meinem Kommentar)

  7. Hallo Franzi,
    auch wenn dieser Bericht schon länger her ist… ich war in der gleichen Situation ;-) Schwangerschaft vorbei, da nur 10kg zugenommen, ausm Krankenhaus raus 13kg weg und dann kam das gefresse :-( Letzendlich hatte ich 102kg Ende Juli und zog ein Schlußstrich.
    Ich hab mit http://www.niewiederdick.info wieder angefangen… Ich hatte damals ein Blog und hatte darüber schonmal gebloggt vielleicht kannst Du Dich noch erinnern… diese Ernährungsumstellung kostet nix, man achtet nur auf Fett ( naja, der reine Menschenverstand sagt Dir ja selber das 1 Tüte Haribo da nix bringt ) und schwubst bis Mitte Dezember sind schon 20kg weg. Ich mache noch weiter, will die 30kg knacken. Laut BMI bin ich dann noch nicht “perfekt” aber dann bin ich beim Wunschziel angekommen, denn etwas Hautüberschuß merke ich jetzt schon :-(
    Ich drücke Dir die Daumen das Du die 8 bald schaffst, ich hab noch 2kg bis zur 7 ;-)
    Lg Carmen
    PS Ich hab Dich bei Facebook-Blog eine Nachricht hinterlassen

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