Paulchens erstes Jahr im Kindergarten

Ziemlich genau vor einem Jahr kam Paul in den Kindergarten, im Alter von 3,5 Jahren. Paul war schon immer ein eher ruhiges Kerlchen, der sehr zurückhaltend und schüchternd ist. Ich würde ihn glatt als Einzelgänger bezeichnen. Er spielt zwar auch mit anderen Kindern, doch am Liebsten ist er für sich und beschäftigt sich vor allem mit technischen Dingen. Hoch interessant sind zum Beispiel meine Overlock, die Spielzeugkaffeemaschine, eine Wanduhr (die er sich selbst gekauft hat und sehr stolz darauf ist) oder diverse Glocken. Er darf sich auch Videos auf YouTube ansehen und schaut sich dort mit Vorliebe irgendwelche Glocken an, die läuten. Oder Züge und andere Fahrzeuge findet er auch toll. Er könnte sich wirklich stundenlang Videos anschauen, in denen Züge im Kreis fahren, Maschinen irgendetwas herstellen, Busse die Straße entlang fahren, Bagger ein Loch buddeln, oder Mähdrescher das Feld ernten. Mähdrescher sind bei ihm so aktuell, dass wir ihm den Herzenswunsch “Ein Mähdrescher zum Spielen” einfach so erfüllt haben. Ohne Grund, einfach nur, weil er der tollste Sohn überhaupt ist, mit all seinen liebenswerten Charakterzügen und seinen kleinen manchmal ziemlich nervigen Eigenarten. ;)

Pauls Mähdrescher

In dem letzten Jahr hat Paul große Fortschritte gemacht. Er ist ein bisschen offener geworden, braucht aber trotzdem noch sehr viel Zeit um Vertrauen zu fassen. Mit den Kindern im Kindergarten spricht er völlig normal, mit den Erzieherinnen aber noch immer nicht bzw. kaum. Und wenn, dann flüstert er. Man muss ihm jedes Wort entlocken. Von Seiten des Kindergartens wurde diesbezüglich noch nie Druck gemacht. Sie lassen ihm die Zeit, die er auch braucht. Finde ich super!

Er malt nicht so gerne und wenn er malt, dann malt er keine Sonnen, oder Mondgesichter, sondern Verkehrsschilder, die er auch fast schon alle kennt und deren Bedeutung erklären kann.
Einmal in der Wochen gehen die Kinder im Kindergarten in die Turnhalle zum Toben und Spielen. Dort blüht er auf und macht super mit.
Er singt sehr, sehr gerne und sehr, sehr schief und laut, aber meistens nur, wenn er sich unbeobachtet fühlt. Kindergartenaufführungen sind ihm unangenehm. Wo andere Kinder die Aufmerksamkeit völlig genießen, verkriecht er sich ganz weit hinten und wartet geduldig darauf, dass die Aufführung vorbei ist und er von der Bühne flitzen kann.

Erst durch den Kindergarten hat er gelernt richtig schnell Laufrad zu fahren und das wie ein Verrückter. Ich kann manchmal gar nicht hinsehen, wenn er wild den Berg hinunter saust. Da muss ich wohl noch lernen, ihm mehr zuzutrauen. ;)

Der Kindergarten ist sehr naturverbunden und die Kinder lernen viel zum Thema. Das ist genau seins und interessiert ihn sehr. Er hat viele Baumarten kennengelernt und kann sie anhand ihrer Blätter benennen. Zu meinem “Leidwesen” mag er besonders Krabbeltierchen, wie Spinnen und Käfer. Ich versuche aber ganz tapfer zu sein und nicht gleich los zu kreischen, wenn er irgendwo ein solches Tierchen entdeckt hat. :P

Beim Essen is(s)t er noch immer extrem wählerisch. Er isst nur trockenes Brot/Brötchen. Keine Butter, keine Wurst, keine Marmelade. Er ist kein Obst und kein Gemüse, außer Erbsen, Gurke und roter Paprika. Er mag keine Soße, kein Ketchup. Isst nur trocken Nudeln, oder Reis. Es ist wirklich schwierig mit ihm. Aber auch damit haben wir uns abgefunden. Letztes Jahr, also bevor er in den Kindergarten kam, hatte er noch weniger gegessen. Es ist also wirklich schon bedeutend besser geworden, auch wenn es sich für andere noch sehr extrem anhört.

Auf der Gefühlsebene ist er sehr kompetent, wenn man das so sagen kann. Er liebt seine Schwestern abgöttisch. Mit Marlene ist er auch so süß im Umgang. Er spielt mit ihr, lacht mit ihr, macht Quatsch für sie und überschüttet sie mit Liebkosungen.
Mit Katharina ist er auch sehr süß, aber momentan ärgert und provoziert sie ihn sehr oft. Entweder sind die beiden ein Herz und eine Seele, oder bekriegen sich mit allem drum und dran. Ich habe das Gefühl, als würde es momentan nur die beiden Extrem-Situationen geben bei den beiden. Seltsamerweise streiten die beiden nur zu Hause. Unterwegs oder im Kindergarten sind Katharina und Paul unzertrennlich und halten zusammen.

Für sein zweites Kindergartenjahr wünsche ich mir für Paulchen, dass er mutiger und selbstbewusster wird. Er muss lernen Nein zu sagen und sich gegenüber anderen Kindern durchzusetzen, wie er es bei Katharina macht. Andere Kinder können ihm das Spielzeug wegnehmen, oder hauen und er sitzt einfach nur da, schaut verlegen nach unten und traut sich nicht etwas zu sagen. Ich finde es sehr wichtig, dass er sich wehrt und sich nicht alles gefallen lässt. Mit wehren meine ich nicht, dass er gleich zurückhaut, aber er soll ruhig laut werden und seinem gegenüber klar machen, dass das so nicht geht, sei es mit einem lauten “Nein” oder einem energischem “Stopp”.Go Paulchen, go! :)

Damit das zweite Kindergartenjahr noch aufregender wird, durfte er sich obercoole Schuhe aussuchen. Er hat ein ganz tolles Paar von Camper gewählt. Sie sind noch ein bisschen zu groß, aber im Frühjahr werden sie dann spätestens passen. :)

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Kommentar “Paulchens erstes Jahr im Kindergarten

  1. Das hört sich doch wirklich gut an. Meine hat jetzt auch 1 Jhr Kindergarten hinter sich und was ist, frech ist sie geworden. Und Ausdauer hat sie. Meine Güte, diese Kondition, diese Power. Echt irre. Bin auf da zweite Jahr sehr gespannt.
    Auf das dritte dann nicht mehr so aber auf das vierte. Hihi….denn dann geht ihr Bruder auch in den Kindergarten und es wird für die beiden bestimmt eine tolle Zeit.

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