Das war wohl nichts, Römer!
Sicherlich habt ihr schon vom Römer Markenbotschafter-Programm gehört. In unregelmäßigen Abstand sucht der Hersteller Römer Familien, die Produkte wie zum Beispiel Kinderwagen und Autositze kostenlos erhalten. Anschließend ist es Aufgabe der Familie die Produkte zu testen und darüber auf dem eigenen Blog oder der Römer Facebookseite zu berichten.
Im letzten Jahr gehörten wir auch zu diesem Markenbotschafterprogramm. Wir durften den Geschwister- bzw. Zwillingskinderwagen B-Dual samt Babysafe testen und hatten viel Spaß dabei. Das Römer-Team teilte uns jeden Monat eine kleine Aufgabe mit, die wir umsetzen durften. Auch bei Fragen und Problemen waren die Mitarbeiter zur Stelle und haben gemeinsam mit uns schnell eine Lösung gefunden.
Wir hatten zum Beispiel das Problem, dass der Bügel der Autoschale einen Knacks hatte und er sich dadurch verzog. Das durfte natürlich nicht sein und ich suchte kurzerhand das Gespräch mit Römer. Völlig unkompliziert wurde der Babysafe von hier mit einem Kurrierdienst abgeholt und ich erhielt direkt ein Ersatzmodell, welches keinen Mangel mehr aufwies.
Auch wenn mich der Kinderwagen nicht 100 %ig überzeugt hatte, weil die Federung für unsere Ansprüche nicht ausreichend war, fühlte ich mich wohl im Markenbotschafter-Programm. Ich habe viel gelernt, mich mit anderen Bloggern ausgetauscht und auch Römer blieb mir positiv im Gedächtnis.
Vor Kurzem war es wieder soweit und man konnte sich für ein neues Römer-Produkt bewerben. Bei diesem Produkt handelte es sich um eine Babytrage, die schon auf den ersten Blick nichts Gutes verhieß. Es wurde mit einem Foto geworben, auf dem das Baby in der Trage mit dem Gesicht nach vorne getragen wird. Das gefällt mir als Tragemama ganz und gar nicht!
Bildquelle (Screenshot): www.roemer-babyanbord.de/2011/11/25/ganz-nah-bei-mir-%E2%80%93-die-britax-babytrage
Allein dieser Aufruf zur Bewerbung sorgte auf der Pinnwand von Römer zu heftigen Diskussionen. Wie kann ein Hersteller für Babyprodukte mit reinem Gewissen, eine solche Babytrage auf den Markt bringen?
Ich vermute, es wird ähnlich wie bei Gehfrei-Lauflernhilfen sein. Sie werden von Eltern gekauft, die nicht entsprechend über die Gefahren aufgeklärt wurden. Umsatz lautet wohl das Zauberwort, auf das ein Unternehmen abzielt und dabei vergisst, um was es eigentlich geht. Es geht um UNSERE KINDER, um deren GESUNDHEIT!
Kritikpunkte
Diese Trage ist eine Zumutung für jeden kleinen Kinderrücken. Die Anhock-Spreizhaltung kann bei dem Modell von Römer (genauso wie beim Babybjörn) nicht gewährleistet werden. Dabei ist die spezielle “Froschhaltung” wichtig um sogenannten Hüftdysplasien vorzubeugen.
“Ganz nah bei mir” lockt die Römer-Werbung junge Eltern an, doch wie kann das Baby sich wohlfühlen, wenn es mit dem Gesicht nach vorne getragen und den vielen Reizen und Umwelteinflüssen ausgesetzt wird? Das Baby kann mit dieser Reizüberflutung nicht umgehen und ist schlichtweg überfordert. Noch dazu rutscht das Kind durch diese Fehlhaltung ins Hohlkreuz und das kann für das Baby ernsthafte gesundheiltiche Schäden zur Folge haben.
Größere Kinder haben nicht genügend Bewegungsfreiheit. Das Ganze wirkt bereits bei richtig Kleinen eher gequetscht, als bequem.
Das Material ist nicht ganz so atmungsaktiv, wie bei einem Tragetuch. Im Sommer kann das für ein kleines Kind regelrecht zur Qual werden, wenn die Luft nicht richtig zirkulieren kann.
Meine Trage-Erfahrungen
Unsere Tochter wurde das erste halbe Jahr ausschließlich mit dem Tragetuch getragen. Sie wurde im Oktober geboren und wurde bei Wind und Wetter getragen. Anfangs hatte ich mich mit dem Binden schwer getan und benötigte Hilfe. Natürlich gab es zum Tragetuch eine Anleitung in Form eines Heftes dazu, in dem die verschiedenen Tragemöglichkeiten abgebildet waren, aber die Bilder verwirrten mich nur noch mehr. Besonders große Schwierigkeiten bereiteten mir die speziellen Knoten.
Ich möchte es gar nicht abstreiten, dass ich mit dem Tragetuch einige Startschwierigkeiten hatte. Anfangs dauerte das Binden ewig und war umständlich, denn der Papa musste immer helfen und das Tuch an mir “zurechtzupfen”.
Katharina fühlte sich von Anfang an wohl im Tragetuch und schmiegte sich eng an mich. Ich hatte die Hände frei, war flexibel und bereits nach wenigen Wochen beherrschte ich das Binden im Schlaf. Irgendwann machte es Klick und ich war binnen Sekunden startklar. Auch wenn der Preis für ein ordentliches Tragetuch (ca. 60-80 €) viel klingen mag, so lohnt sich die Investition, denn man kann es über Jahre hinweg verwenden. Erst zum Tragen, später als Hängematte, oder Kletterseil. Außerdem kann man sich ein Tragtuch ebenso unbedenklich und äußerst günstig gebraucht kaufen.
Liebe Eltern,
ich möchte heute einen Apell an euch richten. Bitte lasst euch ausreichend beraten, am Besten von einer ausgebildeten Trageberaterin und nicht von einer Verkäuferin in einem Ladengeschäft einer großen Kette, der es am Ende einzig und allein auf den Gewinn und eine eventuelle Provision ankommt.
Probiert die unterschiedlichen Trageweisen aus. Wer mit dem Tragen eines Tragetuchs nicht zurechtkommt, kann natürlich auf eine Babytrage zurückgreifen. Wenn auch nicht ganz billig, so gibt es einige Modelle (Manduca, Ergobaby, usw.), die speziell für die Bedürfnisse eurer Babys entwickelt worden sind.
Bitte, bevor ihr zu so einer klapprigen und schlechten Babytrage wie den Babybjörn oder die Britax Babytrage von Römer zurückgreift, tut euren Kindern den Gefallen und bleibt lieber gleich beim Kinderwagen.
Liebes Römer-Team,
kurz und bündig gesagt: Das war wohl nichts!
-
http://www.familiewade.de/ Steffi
-
http://www.kanikra.de Kanikra
-
http://www.sandras-testblog.de Sandra
-
http://www.Nordfriesen-Testwelt.de Carmen Peters




